Selbstorganisation an der Uni: Wie sich die Getting-Things Done-Methode auf Studium und Alltag übertragen lässt

Selbstorganisation an der Uni: Wie sich die Getting-Things Done-Methode auf Studium und Alltag übertragen lässt von Antje Groen Die Getting-Things-Done-Methode ist ein von David Allen entworfenes System für mehr Produktivität: Kern dieser Methode ist, dass der richtige Fokus zur richtigen Zeit gesetzt wird. Dazu werden alle potentiell wichtigen Ideen gesammelt, priorisiert und organisiert. David Allen ist überzeugt: Schriftliches Festhalten macht den Kopf frei, sodass die aktuellen Tätigkeiten mit vollständiger Aufmerksamkeit ausgeführt werden können. Für diejenigen, die dies noch weiter im Detail interessiert, ist hier ein Link für einen TED-Talk von David Allen, worin er die Methode noch genauer erläutert: https://youtu.be/_sl1tO6Yf1k Um möglichst produktiv und stressfrei arbeiten zu können, schlägt David Allen die folgenden fünf Schritte vor: Sammeln von zu erledigenden Tätigkeiten Verarbeiten (das bedeutet: Aufgaben genauer beschreiben) Organisieren bzw. in Kategorien einordnen Durchsuchen und aktualisieren Erledigen Sammeln Das Sammeln der Ideen und Aufgaben im Alltag oder für die Uni kann sowohl digital, als auch analog geschehen. Wichtig ist nur, alles schriftlich festzuhalten! Hierfür kann z. B. ein Blatt Papier und Stift genügen (analog) oder eine simple Notiz-App auf dem Mobil-Device (digital) wie Handy, Tablet oder Laptop. Alles potenziell wichtige wird hierbei erstmal ungefiltert und unsortiert niedergeschrieben. Das bedeutet, in dieser Sammlung stehen alltägliche Dinge wie „Eisfach abtauen“ oder „Klopapier einkaufen“ erstmal neben unibezogenen To-Dos wie „Hausarbeit schreiben“ und „Semesterbeitrag für Rückmeldung überweisen“. Der Ort, an dem alle diese Aufgaben schriftlich gesammelt werden, wird bei David Allen „Inbox“ genannt. Zum Sammeln unterwegs lassen sich Aufgaben und Ideen schnell und gut auf dem Handy mit der App „Zenkit To Do“ oder einer anderen Notiz-App festhalten. In anderen Situationen, wie zum Beispiel in einer Vorlesung kann das Festhalten auf einem Laptop oder Tablet sinnvoller sein. Die heutzutage verfügbaren Apps werden auf den verwendeten Geräten synchronisiert (wenn die selbe Liste oder App verwendet wird). Diese Zugänglichkeit von mehreren Devices ist nach David Allen am besten geeignet. Verarbeiten Nach dem Sammeln kommt das Verarbeiten, wobei mehr Details festgehalten werden, wie z. B. wann, wo und was genau erledigt werden muss. Ziel ist es, eine vollständige und übersichtliche To-Do-Liste zu erstellen, in der alle Punkte klar nachvollziehbar sind. Es gibt kleine Aufgaben, die innerhalb von 2 Minuten zu erledigen sind, wie zum Beispiel „Müll rausbringen“. Aber natürlich gibt es auch zahlreiche Aufgaben, die aufwendiger, aber trotzdem noch übersichtlich sind, und zuletzt auch solche Aufgaben, die aus mehreren Teilschritten bestehen. Diese großen Aufgaben, die aus mehreren Teilschritten bestehen, werden Projekte genannt. Um eine übersichtliche To-Do-Liste mit nachvollziehbaren Einzelschritten zu erstellen, wird bei Projekten der erste Schritt zum Erreichen des Ziels festgelegt. Als Beispiel wird auf die To-Do-Liste nicht nur ein Datum und ein Stichwort aufgeschrieben (Hausarbeit am 31.3.2023), sondern vollständige Informationen wie z.B.: Deadline für die Hausarbeit in Genetik am 31.3.2023. Diese Genauigkeit ist wichtig, denn unvollständige Informationen ohne Kontext führen dazu, dass Aufgaben vergessen oder fehlerhaft ausgeführt werden, weil relevante Details nicht berücksichtigt wurden. Kapitel Getting-Things-Done Methode Sammeln Verarbeiten Organisieren Durchsehen Erledigen Vorteile der GTD-Methode Nachteile der GTD-Methode Neueste Beiträge All Posts How to Uni How to Tool How to Co-Work Aktuelle Veranstaltungen Vom Insta-Scroll zum Zoom-Call Virtuelle Zusammenarbeit verstetigt etablieren Kollaborative Lehrveranstaltungen gemeinsam umsetzen Kategorien How to Co-Work How to Tool How to Uni Vergangene Veranstaltungen Organisieren Beim Organisieren der einzelnen Aufgaben in der Inbox wird in einem nächsten Schritt entschieden, in welche Kategorie die Aufgaben eingegliedert werden können. Hierfür werden sie in Kategorien eingeteilt wie z.B.:  In zwei Minuten zu erledigen Diese Aufgaben werden dann unmittelbar erledigt wie z.B. einen Projektpartner über Neuerungen informieren, Sachen für ein Unipraktikum im Labor packen (Schutzbrille, Kittel, Skript etc.), Klausurtermine nachschauen, Einkaufsliste für Zuhause machen, nächste Vorlesung in Chemie von StudIP herunterladen usw. Aufgaben, die besser zu anderen passen Aufgaben, für die andere Personen besser geeignet sind, weil sie z.B. die benötige Expertise oder die richtigen technischen Voraussetzungen haben, werden an die entsprechenden Personen weitergegeben wie z.B. Korrekturen von Mitgliedern einer Gruppenarbeit werden an die Person weitergegeben, die sich zum Überprüfen angeboten hatte; einen WG-Mitbewohner Bescheid fragen, ob er während des Urlaubs vielleicht einen Teil des Putzplans übernehmen könnte. Kalendereinträge Geburtstage, außergewöhnliche Termine, Arztbesuche, Deadlines von Hausarbeiten, Klausurtermine etc. können gut digital z.B. im Kalender festgehalten und Erinnerungen können gesetzt werden. So können Termine nicht mehr vergessen werden. Es gibt verschiedene Kalender-Apps, die dabei helfen. Projekte für die jeweiligen Unimodule oder private Zwecke werden die Projekte in Einzelschritte untergliedert (wie oben bereits beschrieben). Dadurch wird das Projekt, welches riesig erscheint, in gut schaffbare Teilziele zerlegt, was zur Motivation beiträgt, weil kleine Schritte weniger überwältigend wirken. Listen (kontextbezogen) themenspezifisch werden Listen angefertigt, sodass nicht alle Themen durcheinander niedergeschrieben stehen, sondern zueinander passen. Solche Listen könnten etwa beinhalten: Studium, Geburtstagsplanung, Projektarbeit, Minijob, etc. Dies erleichtert die Suche nach der richtigen Aufgabe zur richtigen Zeit. Wenn man z.B. gerade die Aufgabe hat, für den neuen Nebenjob den Sozialversicherungsschein zu kopieren und beim Arbeitgeber einzureichen, sollte man nebenher nicht noch an die Bachelorarbeit denken. Themen-Listen ermöglichen also Fokus und Konzentration. Warten auf… In diese Kategorie kommen alle Aufgaben, die erst ausgeführt werden können, wenn eine Vorarbeit von jemand anderem geleistet wurden. Solche Aufgaben sind z.B. Vorarbeit eines Gruppenpartners, die nun in die Präsentation eingearbeitet werden kann, die Korrektur von Professor*innen oder auch die Rückmeldung über den genauen Betrag für den gemeinsam genutzten Streamingdienst, der erst dann bezahlt werden kann.  Durchsehen Damit die Aufgabenliste nützlich bleibt und gut funktioniert, müssen die Aufgaben regelmäßig durchgesehen und aktualisiert werden. Die Listen und Aufgaben können dabei täglich, wöchentlich, monatlich oder nach anderem Ermessen durchgesehen und aktualisiert werden. Je nach Bedarf ist dies für Personen unterschiedlich. Es können Punkte ergänzt/ durchgestrichen werden (bei analoger Vorgehensweise) oder in der digitalen Liste abgehakt und in eine andere Spalte für „fertig“ geschoben werden wie es z. B. bei der Kanban-Methode üblich ist. Viele digitale Whiteboards – etwa Infinity Maps oder Collaboard – verfügen über Kanban-Templates, die ganz leicht für die eigenen Bedürfnisse angepasst werden können. Digitale Kanban-Boards eigenen sich besonders gut, um einen Überblick zu behalten, was gerade in Arbeit ist, was noch erledigt werden muss und was schon

Wie mit Bewegung gefüllte Pausen Gruppenarbeiten verbessern können

Wie mit Bewegung gefüllte Pausen Gruppenarbeiten verbessern können von Luca 0:00 / 0:00 Bewegte Pause Neueste Beiträge All Posts How to Uni How to Tool How to Co-Work Aktuelle Veranstaltungen Verbundarbeit im Fokus – Koordination, Qualitätssicherung und Zusammenarbeit im Projekt QUADIS Organisiert mit Infinity Maps in pädagogischen Seminaren Hochschulübergreifende Kooperation mit Transparenz und agilen Tools Kategorien How to Co-Work How to Tool How to Uni Vergangene Veranstaltungen

Gruppenarbeiten richtig beginnen: Session Zero für Uni-Projekte?

Gruppen­arbeiten richtig beginnen: Session Zero für Uni-Projekte? von Alex Wolpers und Hannah Gustke In diesem Mini-Podcast sprechen Alex und Hannah über ihre Erfahrungen aus Uni und Freizeit. Dazu hat Alex einen Einblick aus der Welt der Pen-and-Paper-Rollenspiele mitgebracht: In einer sogenannten Session Zero werden vor dem eigentlichen Spiel zunächst Charaktere, Ideen und Visionen mit allen Spieler*innen besprochen. In ihrem gemeinsamen Gespräch versuchen Alex und Hannah, dieses Konzept der Session Zero auf Gruppenarbeiten an der Uni zu übertragen. Dabei stellen sie fest, wie klare Kommunikation, in der Wünsche und Bedürfnisse vorab deutlich gemacht werden, bei jeder Art von Gruppenprojekten hilfreich sein könnte. Die beiden diskutieren über Grenzen, Stress und die Herausforderungen, die vermeintlich banale Dinge wie Terminabsprachen mit sich bringen können – und geben dazu auch Einblicke in Fehler, die sie selbst schon gemacht haben. 0:00 / 0:00 Gruppenarbeiten richtig beginnen Neueste Beiträge All Posts How to Uni How to Tool How to Co-Work Aktuelle Veranstaltungen Verbundarbeit im Fokus – Koordination, Qualitätssicherung und Zusammenarbeit im Projekt QUADIS Organisiert mit Infinity Maps in pädagogischen Seminaren Hochschulübergreifende Kooperation mit Transparenz und agilen Tools Kategorien How to Co-Work How to Tool How to Uni Vergangene Veranstaltungen

Mehr Selbstvertrauen durch digitale Tools? Vevox als Chance für fremdsprachlichen Literaturunterricht

Mehr Selbstvertrauen durch digitale Tools? Vevox als Chance für fremdsprachlichen Literaturunterricht von Lisa Kemper Als ich mit Ende 20 zum ersten Mal als Dozentin ein Seminar in der französischen Literaturwissenschaft leitete, fiel mir – trotz geringen Altersunterschiedes gegenüber den Bachelorstudent*innen – sofort eine Diskrepanz zwischen ihnen und mir auf. Während ich mein Studium hauptsächlich handschriftlich und mit Kopien oder Printausgaben bestritten habe, arbeiteten sie fast ausschließlich mit Tablets oder Laptops. In der zweiten Sitzung einer meiner Kurse brachte ich Kopien mit, um meinen Student*innen einen Gefallen zu tun. Meine Mühe wurde mit freundlichem Lächeln quittiert, aber die Arbeitsblätter bekam ich unbeschrieben zurück. Die Kursteilnehmer*innen hatten sie im Handumdrehen mit ihren Tablets eingescannt und somit digital für sich nutzbar gemacht. Spätestens in diesem Moment wurde mir klar, dass ich mich mehr mit dem Thema der Digitalisierung beschäftigen muss. Insbesondere für die Geisteswissenschaften erscheint mir dies wichtig, damit sie gegenüber anderen Disziplinen interessant und anschlussfähig bleiben.Deswegen begann ich, meine Unterrichtsmaterialien direkt in digitaler Form zur Verfügung zu stellen. Generell versuchte ich, häufiger Internetquellen zu verwenden. Ich konzentrierte mich z.B. stärker auf Online-Wörterbücher und digitale Ausgaben von literarischen Werken und Fachbüchern. Schnell merkte ich jedoch, dass dies noch nicht ausreicht, um den digitalen Anforderungen der Lernenden gerecht zu werden. Passenderweise kam ich genau zu diesem Zeitpunkt mit dem Team von Co3learn in Göttingen in Kontakt. Man machte mich mit einigen Tools vertraut und nahm mir damit schnell meine Scheu vor digitaler Lehre und der dazugehörigen Technik. So entdeckte ich vor allem das Audience-Response-Tool Vevox für mich. Ich verwende es seitdem für ganz unterschiedliche Zwecke. Um ein neues Thema zu beginnen, benutze ich etwa die Funktion „Word-Cloud“ für ein erstes Brainstorming. Die Word-Cloud ermöglicht den Student*innen, bereits vorhandenes Wissen über eine literarische Gattung wieder zu aktivieren. Auch kann ich als Dozentin auf diese Weise sehen, an welche Erfahrungen in kommenden Sitzungen anzuknüpfen ist. Das Tool ist niedrigschwellig und lässt sich größtenteils intuitiv nutzen. Sowohl in der Vorbereitung als auch in der Durchführung im Seminar ist es nicht allzu zeitintensiv. Durch das Einscannen des QR-Codes oder das Eingeben der ID, erhalten die Teilnehmer*innen direkt und unkompliziert über ihre Handys oder Tablets Zugang zur Umfrage. Sie können dann mehrfach und vor allem anonym ihre Assoziationen zu einem Begriff eingeben. Die Word-Cloud übernimmt also gewissermaßen die Funktion der klassischen Mindmap. Der Vorteil besteht hier aber darin, dass man als Dozent*in nicht oldschool-mäßig an der Tafel schreibt, wischt und wieder alles umändert. Die Word-Cloud ordnet die Begriffe eigenständig und je öfter ein Begriff genannt wird, desto größer und zentraler ist er abgebildet. Neueste Beiträge All Posts How to Uni How to Tool How to Co-Work Aktuelle Veranstaltungen Verbundarbeit im Fokus – Koordination, Qualitätssicherung und Zusammenarbeit im Projekt QUADIS Organisiert mit Infinity Maps in pädagogischen Seminaren Hochschulübergreifende Kooperation mit Transparenz und agilen Tools Kategorien How to Co-Work How to Tool How to Uni Vergangene Veranstaltungen Die Student*innen bekommen dadurch sofort ein Feedback, ohne sich möglicher Kritik der Kommiliton*innen direkt ausgesetzt zu sehen. Auch können sie von dem Dokument zur Ergebnissicherung einen Screenshot anfertigen und müssen nicht etwa die ganze Zeit mitschreiben. Ich habe das Gefühl, mit solch einem Tool bedeutend mehr Student*innen erreichen zu können. Wenn man ein Brainstorming im offenen Unterrichtsgespräch durchführt, sind es doch immer dieselben wenigen Teilnehmer*innen, die den Mut aufbringen, um offen am Dialog teilzunehmen. Meine Schützlinge teilten mir mit, dass sie sich vor allem in größeren und noch unbekannten Gruppen mehr Einsatz solcher Tools wünschen würden. Auch in stark kompetitiven Settings könnte der Einsatz von digitalen und anonymisierten Mitteln hilfreich sein. Ich denke außerdem, dass z.B. Vevox gerade im Bereich des fremdsprachlichen Unterrichts, oder auch im Fremdsprachenerwerb allgemein, großartige Chancen zu bieten hat. Durch Konkurrenzdruck oder eine als zu extrem erlebte Heterogenität in der Lerngruppe bestehen bereits genug Hemmungen. Diverse Sprech-Ängste verstärken sich selbstverständlich, wenn die Student*innen auch noch in einer Fremdsprache kommunizieren sollen. Die Angst, bei einer Wortmeldung nicht nur einen inhaltlichen, sondern auch noch einen sprachlichen ‚Fehler‘ zu begehen, führt meistens zu eher geringer Beteiligung im Kurs. Digitale Tools hingegen ermöglichen es den schüchterneren Teilnehmer*innen, einen Begriff erst einmal ‚unbeobachtet‘ auszuprobieren und ein anonymes Feedback zu erhalten. Ich persönlich hatte nach der beschriebenen Verwendung von Vevox auch das Gefühl, dass darauffolgend mehr Student*innen am offenen Unterrichtsgespräch teilnahmen. Anscheinend hatten sie durch das Tool für sich selbst mehr Sicherheit und Mut gewonnen. Am Ende des Semesters habe ich das Umfragetool dann auch noch für ein abschließendes Feedback verwendet. Hierbei habe ich mich verschiedener Fragemodi bedient. Zunächst gab es mehrere Multiple-Choice-Fragen, bei denen etwa beurteilt werden sollte, als wie angemessen das Niveau und der Arbeitsaufwand der Veranstaltung erlebt wurden. In diesem Fall konnten die Student*innen jeweils eine von drei oder vier vorgegebenen Antworten aussuchen. Vevox zeigt dann direkt an, zu wie viel Prozent welche Möglichkeit ausgewählt wurde. Zum Schluss stellte ich dann auch offene Fragen. Beispielsweise wollte ich gerne wissen, als wie nützlich mein Feedback allgemein und zu den drei schriftlichen Prüfungsvorleistungen empfunden wurde. Diese Umfrage führte teilweise zu eher vagen Aussagen. In dieser konkreten Situation war das nicht schlimm, weil die Frage zu einem recht ausführlichen direkten Gespräch über die Feedback-Kultur an Universitäten führte und mir interessante Einblicke lieferte. Für mich ergab sich dennoch der Lerneffekt, dass auch offene Fragen konkreter formuliert sein müssen. Womöglich hätte ich nach einem ganz bestimmten Aspekt meiner Rückmeldungen fragen müssen. Man lernt nie aus! Abschließend kann ich sagen, dass Vevox meine Lehre sehr bereichert hat. Das Tool stellt eine nette Abwechslung für die anscheinend technisch begeisterte Studentenschaft dar. Außerdem wirkt es durch seine Anonymität sehr integrativ. Was ich für mich allgemein auch noch festgestellt habe, ist eine veränderte Rolle der Dozent*in. Diese scheint aber auch abhängig von der Art der Nutzung zu sein. Immer wenn ich Vevox als Einstieg in einen neuen Themenblock verwendet habe, kam ich mir zunächst beinahe überflüssig vor! Während meine Schützlinge fleißig Begriffe zum Thema Dramatik oder Epik sammelten und das Tool jene eigenständig verarbeitete, hatte ich plötzlich keine Aufgabe mehr. Hätte ich händisch eine Mindmap an der Tafel erstellt, dann wäre

Studienbeginn im Lockdown

Studienbeginn im Lockdown: Was ich im Corona-Semester über digitale Zusammenarbeit gelernt habe von Kristin Siemon Für das Wintersemester 2021 schrieb ich mich für den Zwei-Fächer-Bachelor in den Fächern Germanistik und Geschlechterforschung an der Universität Göttingen ein. Ich zog nach Göttingen, machte mich mit dem Campus vertraut, entdeckte Kneipen und Restaurants. Das alles passierte innerhalb weniger Wochen. Als wäre diese Zeit nicht schon aufregend genug, wurde sie für mich noch aufregender, weil sich diese Wochen mitten in der Pandemie abspielten. Nachdem ich meine Erstsemester-Orientierungsphase und einige Informations- und Einführungsveranstaltungen erfolgreich in Präsenz hinter mich gebracht hatte, verbreitete sich Corona wieder verstärkt. Meine ersten richtigen Vorlesungen und Seminare verbrachte ich in Jogginghose vor meinem Laptop. Das war erstmal eine romantische Vorstellung: gemütlich ein paar Sätze ins Mikrofon plaudern, die Kamera wegen irgendeiner Ausrede nicht einschalten und die restliche Zeit des Seminars in irgendwelchen sozialen Netzwerken vertrödeln. Im Laufe der Zeit fehlten mir aber eindeutig die sozialen Kontakte. Das merkte ich daran, dass ich mich nicht direkt mit anderen Student*innen über diese aufregende Zeit austauschen konnte. Denn genau jetzt war doch eigentlich die Lebensphase, um eben genau diese Kontakte zu knüpfen. Das Studentenleben hatte ich mir irgendwie lebendiger vorgestellt, die Realität sah jedoch anders aus: Wir Studierenden fanden uns in einer seltsam abstrakten Welt wieder, in der unsere Kommiliton*innen in kleinen Kacheln dargestellt wurden und die Stimmen durch Lautsprecher klirrten. Was im Seminarraum spontane Diskussionen und angeregte Gespräche hätten sein können, waren jetzt zeitverzögerte Antworten und Stummschaltungen. Für die meisten Menschen stellte diese neue Art der Lehre und des Lernens eine Herausforderung oder gar Belastung dar: Wir waren anonym. Für mich war diese Situation zum Glück nur anfänglich ein Problem, denn ich gewöhnte mich schnell daran. Da ich mit meiner besten Freundin in einer Wohngemeinschaft lebte, kehrte bei mir auch nie das Gefühl der Einsamkeit ein. In dieser scheinbar distanzierten Sphäre der Digitalität wurde meiner Meinung nach aber ein erstaunlicher Wandel sichtbar. Die Studierenden lernten, sich auf anderen Ebenen zu vernetzen, sich gegenseitig zu unterstützen und ihre Zusammenarbeit in einer Weise zu gestalten, die über physische Grenzen hinwegging. Die virtuelle Welt eröffnete Räume für Zusammenarbeit, die in der analogen Welt kaum denkbar gewesen wären. Studierende aus unterschiedlichen Teilen des Landes oder sogar der Welt konnten sich ohne die Hindernisse von Entfernungen und Reisebeschränkungen miteinander austauschen. Für einige der Studierenden war die digitale Lehre vorteilhaft, weil sie teilweise noch keine Wohnung in Göttingen gefunden hatten und trotzdem problemlos an den Veranstaltungen teilnehmen konnten. Die zeitliche Flexibilität des Online-Lernens ermöglichte es außerdem, Gruppenprojekte zu gestalten, die beispielsweise verschiedene Zeitzonen berücksichtigten. Trotzdem blieben Herausforderungen natürlich nicht aus: Virtuelle Zusammenarbeit verlangt eine eindeutige und klare Kommunikation. Missverständnisse, die in einem direkten Gespräch vielleicht nicht aufgetreten wären, werden durch die Bildschirme verstärkt. Die teilweise fehlende nonverbale Kommunikation machte es schwieriger, Meinungsverschiedenheiten zu erfassen. Die digitale Lehre erforderte also Anpassung und Geduld von allen Beteiligten. Mit den richtigen Ansätzen konnte sie aber effektiv gestaltet werden. Das durfte ich zum Glück auch in einigen meiner Seminare erleben. Manche Dozent*innen gaben sich mehr Mühe, die Seminare auf besonderem Wege interaktiv zu gestalten. Meiner Meinung nach sind für eine erfolgreiche digitale Lehre vor allem folgende Punkte wichtig: eine klare Kommunikation, interaktive Plattformen, abwechslungsreiche Materialien, regelmäßige Rückmeldungen und Gruppenarbeiten. Auch wenn Gruppenarbeiten bei vielen Student*innen eher unbeliebt sind, waren sie während der Corona-Pandemie umso wichtiger. Zusammenarbeit im Studium führt zwangsläufig dazu, Menschen kennenzulernen. Und weil Möglichkeiten zum Kontakteknüpfen außerhalb der eigenen vier Wände beschränkt waren, stellten Gruppenarbeiten eine Chance dar, andere Studierende (zumindest virtuell) zu treffen. Neueste Beiträge All Posts How to Uni How to Tool How to Co-Work Aktuelle Veranstaltungen Vom Insta-Scroll zum Zoom-Call Virtuelle Zusammenarbeit verstetigt etablieren Kollaborative Lehrveranstaltungen gemeinsam umsetzen Kategorien How to Co-Work How to Tool How to Uni Vergangene Veranstaltungen Die Erfahrungen mit der Zusammenarbeit im Studium variieren womöglich je nach Person, Studiengang, Projekt und den Gruppenmitgliedern. Zu den negativen Erfahrungen, die man mit Gruppenarbeit machen kann, zählt definitiv eine ungleiche Arbeitsteilung. Es kann vorkommen, dass nicht alle Gruppenmitglieder gleichermaßen etwas zur Arbeit beitragen. Das kann zu Frustration führen, wenn einige Mitglieder das Gefühl haben, dass sie mehr Verantwortung tragen als die anderen. Des Weiteren sind Kommunikationsprobleme oft ein Hindernis für eine gute Zusammenarbeit. Uneffektive Kommunikation kann zu Missverständnissen, Verwirrung und Konflikten führen. Klare Kommunikation ist entscheidend für den Erfolg der Zusammenarbeit. Außerdem treten in Gruppenarbeiten auch mal Zeitprobleme auf und die Koordination der Zeitpläne aller Gruppenmitglieder kann eine Herausforderung sein, insbesondere wenn sie unterschiedliche Verpflichtungen haben. Zudem kann es bei der Zusammenarbeit zwischen Studierenden zu kreativen Differenzen kommen. Schließlich kann es auch Konflikte mit sich bringen, wenn einige Mitglieder nicht die erwartete Menge an Arbeit leisten und sich auf die Anstrengungen der anderen Gruppenmitglieder verlassen. All diese Probleme und Konflikte sind mir aus der Schulzeit auf jeden Fall noch in Erinnerung geblieben. Seitdem ich studiere, habe ich mit der Zusammenarbeit zum Glück aber eher positive Erfahrungen gemacht. Das liegt nicht nur an mir selbst, sondern hängt auch von den anderen Gruppenmitgliedern ab. Vor allem in meinem Studiengang Geschlechterforschung kann man sich fast immer sicher sein, dass einem mit Respekt begegnet wird – und das ist eine wichtige Grundvoraussetzung für eine gute Zusammenarbeit! Ich erinnere mich immer noch gerne an ein Seminar in der Geschlechterforschung: Mit einigen anderen Student*innen sollte ich ein Referat für eine der Sitzungen vorbereiten. Wir trafen uns insgesamt dreimal digital. Ich hatte mich mittlerweile schon so gut mit den technischen Gegebenheiten vertraut gemacht, dass ich die Zoom-Meetings erstellen und die anderen dazu einladen konnte. Durch verschiedene Programme konnten wir eine ansehnliche Präsentation gestalten, die am Ende auch sehr gut bei den anderen Seminarteilnehmer*innen ankam, weil wir diese auch aktiv miteinbezogen haben. Ich weiß nicht, ob es daran lag, dass ich eine gute und engagierte Gruppe erwischt hatte, aber in den anderen Gruppen funktionierte die Zusammenarbeit wohl weniger gut. Meine Gruppenarbeit habe ich hingegen nicht nur als sehr kooperativ und interessant in Erinnerung. Vielmehr war es ein Erfahrungsaustausch. Die Personen aus meiner Gruppe erzählten von ihren Erlebnissen mit digitaler Lehre, mit ihrem Umgang mit

Literaturwissenschaftliche Gruppenarbeiten mit digitalen Whiteboards unterstützen

Literaturwissenschaftliche Gruppenarbeiten mit digitalen Whiteboards unterstützen von Julika Moos Obwohl es nachgewiesen ist, dass Studierende, die in Gruppen zusammenarbeiten, nachhaltiger lernen, sind Gruppenarbeiten im Studium oft eine zähe Angelegenheit: Gerade Gruppenarbeiten, die nicht über einen längeren Zeitraum (z. B. in Form einer festen Lerngruppe) hinweg existieren, sondern im Rahmen einer Sitzung als Teil der Unterrichtseinheit durchgeführt werden, können für Lehrende und Lernende gleichermaßen frustrierend sein. In der didaktischen Theorie gehören Gruppenarbeiten zwar zum Standardrepertoire des interaktiven Lernens, aber in der Praxis fallen sie im Hochschulalltag oft unter den Tisch, weil sie dann, wenn sie nicht zielführend sind, zeitraubend wirken. Ohne offensichtliche didaktische Einbindung können sich Gruppenarbeiten aus studentischer Perspektive oft wie eine Zeit-Totschlag-Strategie anfühlen, die von Dozierenden genutzt wird, um nicht die komplette Lehreinheit mit Frontalunterricht zu füllen. Aus der Lehrenden-Perspektive bleiben die typischen Herausforderungen von Gruppenarbeiten auch als Außenstehende*r nicht verborgen: Die Studierenden verwenden zu viel Zeit für Organisatorisches und Rollenklärung („Wer schreibt mit? Wer stellt vor?“) oder driften schnell in private Gesprächsthemen ab, sodass die Gruppen oft mehr Zeit benötigen und damit Zeit für das Zusammentragen der Ergebnisse verloren geht. Besonders schwierig ist es, wenn die geplante Zeit für die gemeinsame Arbeit in Gruppen hauptsächlich genutzt wird, um die Gruppenmitglieder auf den gleichen Ausgangsstandpunkt zu bringen. Denn wer Sitzungen verpasst oder die Unterlagen zu früher besprochenen Inhalten nicht parat hat, muss sich auf Kommiliton*innen in der Gruppe verlassen, die Materialien zur Verfügung stellen und Hilfe bei der Rekapitulation anbieten. Gemeinsames Wiederholen und gegenseitiges Erklären sind für den Lernprozess zwar durchaus förderlich, kann aber in diesem Fall dazu führen, dass Studierende sich unterfordert fühlen. Die Ergebnisse von jenen Gruppen, die einen Großteil der angedachten Arbeitszeit dafür gebraucht haben, sich auf den gleichen Stand zu bringen, fallen tendenziell unterkomplex aus und verhindern dann den erhofften Arbeitsfortschritt in der Lehrveranstaltung, sodass der*die Dozierende sich doch wieder in der Pflicht sieht, die erwünschten Ergebnisse selbst frontal zu präsentieren. Digitale Tools können aber dabei helfen, Gruppenarbeiten effektiver und zielgerichteter anzuleiten – wie das folgende Beispiel aus der anglistischen Literaturwissenschaft exemplarisch vorführen möchte: Eine Lösung für Herausforderungen mit Gruppenarbeiten, die im Rahmen einer Lerneinheit innerhalb einer Sitzung stattfinden, könnte die Integration eines digitalen Whiteboards sein. In Einführungsveranstaltungen der literaturwissenschaftlichen Studienfächer werden oft Modelle vermittelt, mit denen Texte untersucht werden. Ein wichtiges literaturwissenschaftliches Modell ist das Kommunikationsmodell, das darstellt, in welchem Vermittlungsverhältnis der Erzähltext, die Erzählinstanz und die Rezipierenden zueinanderstehen. Das Kommunikationsmodell kann auf Studierende anfangs befremdlich wirken, die Übertragung des abstrakten Modells auf gelesene Primärtexte funktioniert darum nicht immer reibungslos. Eine Gruppenarbeit kann jedoch dabei helfen, das Verständnis dieses Modells zu vertiefen und im Gespräch mit anderen dessen Vorteile und Herausforderungen verstehen zu lernen. Mit dem DSGVO-konformen Whiteboard-Tool Collaboard, das viele deutsche Universitäten mittlerweile an ihre Strukturen angebunden haben und kostenlos zur Verfügung stellen, lässt sich eine studentische Gruppenarbeit zum literaturwissenschaftlichen Kommunikationsmodell so anleiten, dass für Dozierende und Studierende zufriedenstellende Ergebnisse ermöglicht werden.Wird diese Gruppenarbeit mit einem digitalen Whiteboard konzipiert, kann das Tool zunächst genutzt werden, um das Modell kennenzulernen oder zu wiederholen: In der Whiteboard-Oberfläche gibt es ausreichend Platz, um die Gruppenarbeit und das Werkzeug, das dafür genutzt werden soll, parallel abzubilden, sodass die Studierenden alle wichtigen Informationen vorliegen haben und sofort gemeinsam loslegen können. Der Arbeitsauftrag in dieser Beispielübung möchte das Verständnis des Modells vertiefen und die Anwendung auf einen Roman, in diesem Fall Mary Shelleys „Frankenstein“, erproben: Die Studierenden sollen die Kommunikationsstrategie des englischen Klassikers mithilfe des Modells aufdröseln und im gemeinsamen Gespräch lernen, wo es für den Roman sinnvoll anwendbar scheint und wo es an seine Grenzen stößt. Neueste Beiträge All Posts How to Uni How to Tool How to Co-Work Aktuelle Veranstaltungen Vom Insta-Scroll zum Zoom-Call Virtuelle Zusammenarbeit verstetigt etablieren Kollaborative Lehrveranstaltungen gemeinsam umsetzen Kategorien How to Co-Work How to Tool How to Uni Vergangene Veranstaltungen Dazu werden im Whiteboard vorab Sektionen für die einzelnen Gruppen angelegt, die die basale Struktur des Kommunikationsmodells nachahmen. Die Studierenden füllen dieses vereinfachte Modell mit ihren Beobachtungen zu den jeweiligen erzählenden Strukturen des Romans. Fragen oder Unklarheiten könnten unter dem Gruppenbereich in digitalen Notizzetteln notiert werden, sodass parallel eine Sammlung an Anregungen für eine anschließende Diskussion im Plenum entsteht.Durch die vorgebende Struktur im Whiteboard lassen sich organisatorische Debatten innerhalb der Gruppen vielleicht auf ein Minimum reduzieren, weil alle Gruppenmitglieder zeitgleich schreiben und gestalten können. So kann mit minimaler Vorbereitungszeit der Rahmen für eine Gruppenarbeit abgesteckt werden, bei dem auch das geplante Zeitfenster nicht überzogen werden muss. Weil das der Übung zugrundeliegende theoretische Gerüst des Kommunikationsmodells im Whiteboard mitabgelegt ist, können die Studierenden jederzeit selbstständig überprüfen, wie sich ihre eigenen Ergebnisse dazu verhalten. Außerdem arbeiten alle Gruppen parallel im selben Whiteboard, sodass für alle auch der Fortschritt der anderen sichtbar ist, was womöglich zur gesteigerten Motivation und einem Gefühl von Absicherung beiträgt – ganz egal, ob die Lehrveranstaltung in Präsenz, hybrid oder ganz digital stattfindet. Um diesen beispielhaften Arbeitsauftrag aus der Anglistik für die jeweiligen Gruppen zu individualisieren, könnten die Ergebnisse zusätzlich mit Bildern versehen werden: Durch eine illustrierende Bildersuche und die damit verbundene visuelle Annäherung an die Kategorien des Kommunikationsmodells kann der Umgang mit den Fachbegriffen zusätzlich besser erinnert werden. Unterschiedliche visuelle Ausgestaltung mit Bildern bietet für die spätere Besprechung der Gruppenarbeiten zudem einen niedrigschwelligen Einstieg für ein resümierendes Gespräch im Plenum. Falls nicht alle Gruppen an der gleichen Aufgabenstellung arbeiten sollen, könnte diese Form der literaturwissenschaftlichen Gruppenarbeit im digitalen Whiteboard auch in unterschiedliche Abschnitte unterteilt werden: Dabei bekäme jede Gruppe einen bestimmten Textabschnitt bzw. bestimmte Kapitel zugeteilt, für die das Kommunikationsmodell angewendet wird. Damit ließe sich dann darstellen, ob und wie sich die Kommunikation des Romans im Verlauf der Handlung verändert, was dann wiederum eine gute Grundlage für eine auswertende Diskussion im Plenum wäre. Der entscheidende Vorteil des digitalen Whiteboards ist dabei, dass diese mögliche Entwicklung der Erzählstrategie eines Romans quasi als chronologischer Zeitstrahl zusammen erarbeitet und anschließend auf einen Blick erfasst und nachvollzogen werden könnte. Bei einer solchen Gruppenarbeit, die ganz offensichtlich Teil einer kollaborativen Auseinandersetzung aller Studierenden mit dem Text in der Lehrveranstaltung ist und bei der die Ergebnisse

Studiengruppen in Stud.IP

Studiengruppen in Stud.IP von Carola Lips Mein Name ist Carola Lips. Ich studiere Wirtschaftsinformatik im Master an der Technischen Universität Braunschweig und in diesem Beitrag erläutere ich die Erstellung und Funktionsweisen von Studiengruppen im Stud.IP der TU Braunschweig. Außerdem werde ich meine Erfahrungen mit diesem Veranstaltungstyp beschreiben, welche ich in diversen Lerngruppen und in Gruppenarbeiten gesammelt habe. Der Aufbau und die zur Verfügung stehenden Funktionen können bei anderen Universitäten oder Veranstaltungstypen abweichen. Studiengruppen bieten viele Möglichkeiten einer Stud.IP-Veranstaltung. Sie können von jedem Lehrenden und Studierenden unter dem Reiter Community (wie in Abbildung 1 zu sehen) oder dem Reiter Veranstaltungen in Stud.IP erstellt werden. Abbildung 1: Studiengruppe über den Reiter Community erstellen Es braucht nur ein paar grundlegende Angaben und eine Gruppe ist erstellt und je nach Einstellung ist sie dann für alle Stud.IP-User auffindbar (Abbildung 2). Abbildung 2: Anlagen einer neuen Studiengruppe Unter dem Reiter „Mehr…“ steht eine steigende Anzahl an Tools zur Auswahl, die der Studiengruppe durch das einfache Anklicken eines Kästchens hinzugefügt werden können. Die Mindmap in Abbildung 3 bietet einen Überblick über die Tools, welche in Studiengruppen zur Verfügung stehen. Die in Abbildung 3 blau markierten Tools werden im nachfolgenden Erfahrungsbericht behandelt. Kapitel Organisation und Kommunikation Zur Sammlung von Wissen und gemeinsames Schreiben Vips – Oder wie man sich selbst abfragt Mein Fazit zur Arbeit mit Studiengruppen​ Neueste Beiträge All Posts How to Uni How to Tool How to Co-Work Aktuelle Veranstaltungen Verbundarbeit im Fokus – Koordination, Qualitätssicherung und Zusammenarbeit im Projekt QUADIS Organisiert mit Infinity Maps in pädagogischen Seminaren Hochschulübergreifende Kooperation mit Transparenz und agilen Tools Kategorien How to Co-Work How to Tool How to Uni Vergangene Veranstaltungen Abbildung 3: Übersicht über alle Funktionen (Stand: Juni 2023) Organisation und Kommunikation Über den Reiter „Teilnehmende“ können alle Mitglieder der Studiengruppe alle anderen Mitglieder sehen. In kleinen Gruppen wirkt das zunächst nicht notwendig, aber man kann auch alle Teilnehmenden auf diese Art auf einmal anschreiben, ohne darauf angewiesen zu sein, dass alle denselben Messenger benutzen. Eine sehr ähnliche Funktion erfüllt auch Blubber. Hierbei handelt es sich um den Stud.IP internen Messenger. Die Erfahrung zeigt aber, dass die Antwortzeiten deutlich größer sind, als bei den gängigen Messengerdiensten. Blubber benachrichtigt nur, wenn der Browser offen ist und wird damit von den meisten Studierenden seltener gecheckt als die oben genannten Nachrichten innerhalb von Stud.IP oder der TU-Mail-Account. Im Forum werden meist inhaltliche Dinge ausgetauscht. Es werden Fragen geklärt, die sich auf den Lehrstoff beziehen. Dieses Tool findet meist nur in großen Gruppen Einsatz, weil in kleinen Gruppen solche Fragen meist direkt in Messengern geklärt werden. Lerntreffen kann man digital am besten über BBB (BigBlueButton, Videokonferenz) unter dem Reiter Meetings abhalten, dafür müssen nicht mal alle Teilnehmenden der Videokonferenz einen Stud.IP-Account haben. Es entfallen deshalb alle Diskussionen, ob man sich über Skype, Discord, Zoom oder doch MS Teams unterhält und wer bei welchen Services einen Account hat. Mit den in Abbildung 4 und Abbildung 5 gezeigten Einstellungen am Anfang beim Erstellen eines BBB-Raums, können alle Teilnehmenden in BBB-Konferenzen alle notwendigen Rechte haben. Abbildung 4: Einstellungen eines BBB-Raums Teil 1 Abbildung 5: Einstellungen eines BBB-Raums Teil 2 Zu diesen Rechten gehört, dass alle Mitglieder der Stud.IP-Gruppe ein Meeting starten können. Grundsätzlich sollten alle Teilnehmenden Moderationsrechte haben. Stellt sich in Konferenzen heraus, dass Personen durcheinander reden, mehrere Personen gleichzeitig ihren Bildschirm teilen wollen oder anderweitige Gesprächsprobleme bestehen, sollte man den Haken „Alle Teilnehmenden haben Moderationsrechte“ entfernen, aber darauf achten, dass unter „Raumgröße und Leistung“ kein Haken bei „Nur Moderierende …“ gesetzt ist. Es sollten keine Aufzeichnungen vorgenommen werden. Für Lerngruppen sind Aufzeichnungen zum einen nicht erforderlich und zum anderen wird viel freier gearbeitet, wenn klar ist, dass nicht alles für die Nachwelt festgehalten wird. Der Haken unter „Alle Teilnehmende initial stumm schalten“ sollte gesetzt werden, weil es zum einen in so vielen Stud.IP-Veranstaltungen die Standardeinstellung ist, dass viele damit rechnen stumm eine BBB-Konferenz zu betreten und es zum anderen viel weniger den Gesprächsfluss unterbricht, wenn jemand einer bereits laufenden Unterhaltung beitritt und erst in der nächsten Redepause die eigene Stummschaltung aufhebt. Wer sich in einem BBB-Raum auch mit Personen unterhalten will, die kein Stud.IP-Zugriff der TU Braunschweig haben, sollte unter „Berechtigung“ „Moderationszugang via Link“ und „Zugang via Link“ anhaken. Dann können die Zugangslinks per E-Mail oder Messenger an Gäste verschickt werden. Man kann unter dem Reiter „Meetings“ mehr als einen BBB-Raum anlegen, was die Arbeit in Kleingruppen ermöglicht. Notwendig war das in meinen Lerngruppen noch nie, aber es könnte bei wirklich großen Gruppen sinnvoll sein, um nach Lernthemen aufzuteilen. Zur Sammlung von Wissen und gemeinsames Schreiben Unter dem Reiter „Dateien“ kann grundsätzlich jedes Gruppenmitglied Dateien hoch- und runterladen. Es bietet sich an, direkt nach dem Erstellen einer Studiengruppe eine Grundstruktur von Ordnern anzulegen, sonst entsteht bald ein Dateichaos, das nicht von einer einzelnen Person beseitigt werden kann. Anders als in Versionsverwaltungssystemen wie GIT, kann nicht eingestellt werden, wer welche Datei bearbeiten, verschieben oder löschen kann. Jeder User hat für alle Dateiordner grundsätzlich lesende Rechte und nur schreibende Rechte, also die Möglichkeit eine Datei zu verschieben oder zu löschen für die Dateien, die er selber hochgeladen hat. Dies führt erfahrungsgemäß dazu, dass Personen Dateien irgendwo also einfach in der obersten Ordnerebene bei „Dateien“ hochladen und bei größeren oder länger bestehenden Lerngruppen keiner mehr weiß, was, was ist und wozu eine Datei gehört. Dies liegt daran, dass in Stud.IP jeder User nur seine eigenen Dateien verständlich (um)benennen oder in Ordner einsortieren kann. Legt man gleich am Anfang Ordner mit Oberkategorien an, ist das Chaos viel kleiner. Hat man beispielsweise eine Lerngruppe für eine Orientierung und die zugehörige Spezialisierung, so bietet es sich an, erst Oberordner mit den Namen der Vorlesungen anzulegen und in diesen dann z.B. für Übungen, Vorlesungen und Altklausuren eigene Unterordner anzulegen. Abbildung 6: Start der Bearbeitung eines Wiki-Eintrags Das Tool Wiki-Web ist eigentlich als ein kleines Stud.IP eigenes Wikipedia entworfen. Man kann abgesehen von der Startseite weitere Seiten anlegen und diese untereinander verlinken. Klickt man oben rechts auf die drei Punkte, so kann man, wie in Abbildung 6 und Abbildung 7 zu sehen, eine Wiki-Seite bearbeiten.

Wie funktioniert Zusammenarbeit von Studierenden und KI

Wie funktioniert Zusammenarbeit von Studierenden und KI von Dr. Sophie Domann Der Titel der Veranstaltung aus der KI-Special Reihe (Zusammenarbeit mit KI – Wie hybride Intelligenz funktionieren kann) ließ Einiges erwarten und die Ergebnisse aus den Fallbeispielen zu studentischen Gruppenarbeiten mit generativen KI-Tools überraschten mich sehr. Prof. Dr. Siemon sprach direkt vom finnischen Campus zu uns und wurde von Michael Meyer vor Ort begleitet. Dabei ging Michael Meyer zuerst auf die Aufgaben im Bereich Wirtschaftsinformationssysteme ein, um den Kontext des Impulses aufzubauen. Herzustellende Wirtschaftsinformationssysteme haben einen Wert für die Nutzenden und folgen dem MAT- Prinzip (Mensch-Aufgabe-Technik). Prof. Dr. Siemon startete mit einer Einordnung der generativen KI als einfach nutzbare Ressource für den (mittlerweile) alltäglichen Gebrauch in Arbeit, Familie und im Freundeskreis. Gleichzeitig betonte er auch die damit einhergehenden Herausforderungen: kritische Überprüfung der Ergebnisse, Abgleich der Ergebniseinordnung in den eigenen (wissenschaftlichen) Kontext, Umgang mit Stereotypen und Bias/Vernachlässigung der intersektionalen Perspektive. Die Erwartungen stiegen mit der Ergänzung aus verhaltens- und gestaltorientierter Forschung. Zur Verdeutlichung zeigte Prof. Dr. Siemon, was Kollaboration als Arbeit auf ein gemeinsames Ziel umfasst: Bewusstsein für das Team (group awareness) Gemeinsames mentales Modell (shared mental model) Team mit emotionaler Intelligenz (team emotional intelligence) Wir-Gefühl (cohensiveness) Im Zusammenhang der Arbeit zwischen KI und Menschen treten zwei Phänomene auf: A) Computer sind soziale Akteure, womit eine Anwendung von KI als unreflektierte soziale Heuristik am PC einhergeht (Menschen wenden die gleichen sozialen Verhaltensweisen mit KI an, die sie auch bei anderen Menschen nutzen). Die Ergebnisse werden unkontrolliert übernommen. Die Erwartung an den Wahrheitsgehalt steigt mit äußerlicher Seriosität der KI-Anwendung, soweit sie als Menschen in Kostüm bzw. Anzug erscheinen. B) Zusammenarbeit von Menschen und KI als hybride Intelligenz: Mensch und KI können zusammenarbeiten, sich gegenseitig ergänzen und bilden ein soziotechnisches Ensemble. Die Chance liegt in der Mitte, indem sich die beiden Akteure gegenseitig unterstützen und ihre Stärken ausschöpfen. Aus den berichteten drei Fallbeispielen möchte ich im Folgenden nur einzelne Ergebnisse hervorheben. So sollten die Studierendengruppen midjourney, ChatGPT und Copilot in allen Phasen der Gruppenarbeit nutzen und einsetzen. Im Vorfeld gab es entsprechende Einführungs- und Schulungsvideos zu generativer KI. Die leitenden Fragestellungen innerhalb der Gruppenarbeitsphasen für Prof. Dr. Siemon waren, ob sich ein Wir-Gefühl im Team aus Studierenden und KI entwickelt, ob sich die Studierenden auf die KI verlassen konnten und ob die Studierenden ein Bewusstsein für die Fähigkeiten der KI entwickeln konnten. Hätte mich an dieser Stelle jemand gefragt, hätte ich die ersten beiden Fragen verneint.  Spoiler: ich lag falsch mit meinen Annahmen. Neueste Beiträge All Posts How to Uni How to Tool How to Co-Work Aktuelle Veranstaltungen Verbundarbeit im Fokus – Koordination, Qualitätssicherung und Zusammenarbeit im Projekt QUADIS Organisiert mit Infinity Maps in pädagogischen Seminaren Hochschulübergreifende Kooperation mit Transparenz und agilen Tools Kategorien How to Co-Work How to Tool How to Uni Vergangene Veranstaltungen Die Studierenden beschrieben ein Wir-Gefühl und sie waren froh, die KI als Teammitglied benennen zu können. Sie konnten sich sowohl auf sie/deren Ergebnisse verlassen als auch ihnen Namen zuweisen. Die Teams kommunizierten ihre Schwächen an die KI und forderten an den entsprechenden Stellen Hilfe ein. Sie befragten KI zum Beispiel zur genaueren Zielformulierung oder der Teamentwicklung. Gleichzeitig konnte Prof. Dr. Siemon in den Antworten der Studierenden aber auch die Phänomene der skill erosion und des social loafing identifizieren. Das erste bedeutet, dass Menschen die Fähigkeiten verlernen, die durch andere Systeme, Techniken und Maschinen (hier KI) ausgefüllt werden. Bei social loafing ziehen sich einige Teammitglieder aus der Zusammenarbeit zurück, sobald eine bestimmte Gruppengröße erreicht ist. Dabei sinkt das Engagement durch die Erwartung an die gute/ausreichende Performance der anderen Teammitglieder (hier auch die generative KI). Ein weiterer Begriff in diesem Zusammenhang ist ReplicaAI- Compainonship, das auf die Vermenschlichung der KI fokussiert. Ein Zeichen dafür sieht Prof. Dr. Siemon in der Namensgebung als Teammitglied. Zusammenfassend folgt aus den Ergebnissen, dass die Zusammenarbeit funktionieren kann, wenn KI als Akteur miteinbezogen wird. das Wissen vorliegt, was ich als Mensch kann und was nicht. Aufgaben und Rollen verteilt werden. ein gemeinsames Ziel definiert ist. KI bestimmte Aufgaben vertrauensvoll übertragen werden. das gegenseitige Lernen wahrgenommen wird (Studierende lernen von KI und gleichzeitig verbessert sich die KI). der Einsatz generativer KI bessere Kollaboration ermöglicht und Wert zur Zielerreichung beiträgt. Es wäre an dieser Stelle alles wunderbar, wären da nicht die gleichzeitigen Herausforderungen, wie die zukünftige (auch technische) Entwicklung, aber auch der Verweis zum social loafing und skill erosion. Hier ist es wichtig, dass sich die Studierenden (und alle anderen Menschen in der Zusammenarbeit mit generativer KI) bewusst sind, dass gleichzeitig der Verlust eigener Fähigkeiten damit einhergehen kann und die individuelle Aktivität und Beteiligung in den Gruppenarbeiten stabil hoch bleiben sollte. Mein Learning: der Einsatz von generativer KI im Rahmen von Gruppenarbeiten führt sowohl zur Unterstützung der gruppendynamischen Prozesse als auch zur inhaltlichen Zielerreichung. Obwohl die Tools generisch für den inhaltlichen Bereich vorgesehen sind, haben sie nach den Erfahrungen von Prof. Dr. Siemon auch deutlichen Einfluss auf die Zusammenarbeit und die Selbstwirksamkeitserfahrungen der Studierenden. Durch die Einführung, Anleitung und Begleitung der Studierenden entstand eine Sensibilisierung für Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes der KI-Tools. Weiteres Ergebnis war aber auch, dass sich die Studierenden selbst mit ihren eigenen Fähigkeiten und Grenzen auseinandergesetzt haben und innerhalb der Gruppe mit der KI jeweils die Stärken genutzt und die Herausforderungen gegenseitig abgemildert haben. Insbesondere die Entwicklung der Gruppendynamik und die kommunikative Interaktion zwischen Studierenden mit der generativen KI hat mich sehr begeistert. Ebenso, dass KI mit dem Zweck der Wissensgenerierung, Codegenerieung und Bildgestaltung gleichzeitig die Studierenden in Selbstreflexionsprozesse bringt, die eigenen Stärken und Schwächen sichtbar macht, sowie die Vorgehensweise der (thematischen) Arbeit beeinflusst. Dass bereits die ersten Interaktionen für kleinere Gruppenarbeiten diesen Effekt erzeugen (können), habe ich nicht erwartet. Interessant wird in diesem Bereich sein, wie die kollaborativen Prozesse in studentischen Gruppen auch explizit mit Impulsen aus der generativen KI unterstützt werden können. Zur Aufzeichnung: https://baukastenlehre-tubs.de/aufzeichnung/zusammenarbeit-mit-ki-wie-hybride-intelligenz-funktionieren-kann/

OER

Was ist OER? von Jan Christoph Ahrens Einleitung Open Educational Resources (OER) sind ein wichtiger Baustein innerhalb der deutschen Hochschullandschaft. Die Digitalisierung der Lehre bringt zwar eine ganze Reihe vielversprechender Ansätze mit, diese werden jedoch häufig durch das Nutzen gängiger Urheberrechtsregelungen eingeschränkt. Viele Inhalte werden nicht offen lizenziert und können daher nur sehr eingeschränkt oder gar nicht kollaborativ und hochschulübergreifend genutzt werden. Der Gedanke, Bildungsinhalte für alle verfügbar zu machen, existiert schon lange. Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat 2001 die OpenCourseWare (OCW) ins Leben gerufen und somit eine Grundlage für eine weltweite Debatte geschaffen. Seit einigen Jahren befassen sich auch europäische Hochschulen damit, Strukturen zu schaffen, um offenen Inhalten eine Plattform zu bieten. Dieser Beitrag soll eine kurze Einführung in die OER-Thematik schaffen, Chancen für frei verfügbare Bildungsinhalte darlegen und aufzeigen, wo und wie OER für den Hochschulbetrieb genutzt werden können. Außerdem werden in kurzer Form aktuelle Projekte und Plattformen zusammengetragen, die OER-Inhalte zur Verfügung stellen oder deren Verbreitung voranbringen. Was sind OER? Definition Eine klare Definition für OER existiert nicht, da es sich nicht um eine spezifische Lizenzform handelt, sondern um ein Prinzip für frei zugängliche und nutzbare Bildungsinhalte. Dennoch wird diese Definition der UNESCO oft genutzt: Open Educational Resources (OER) sind Bildungsmaterialien jeglicher Art und in jedem Medium, die unter einer offenen Lizenz veröffentlicht werden. Eine solche offene Lizenz ermöglicht den kostenlosen Zugang sowie die kostenlose Nutzung, Bearbeitung und Weiterverbreitung durch andere ohne oder mit geringfügigen Einschränkungen. Open Educational Resources können einzelne Materialien, aber auch komplette Kurse oder Bücher umfassen. Jedes Medium kann verwendet werden. Lehrpläne, Kursmaterialien, Lehrbücher, Streaming-Videos, Multimediaanwendungen, Podcasts – all diese Ressourcen sind OER, wenn sie unter einer offenen Lizenz veröffentlicht werden. (Quelle: UNESCO-Definition) Einen guten Einstieg für OER-Inhalte für Hochschulen hat das Projekt OERinForm zur Verfügung gestellt. https://www.youtube.com/watch?v=dpjrmx513wk Kapitel Einleitung Was sind OER? Lizenzformen für OER-Inhalte Welche Chancen bieten OER? Wo können wir OER Inhalte finden? Fazit Weiterführende Inhalte Neueste Beiträge All Posts How to Uni How to Tool How to Co-Work Aktuelle Veranstaltungen Meeting Crafting Verbundarbeit im Fokus – Koordination, Qualitätssicherung und Zusammenarbeit im Projekt QUADIS Organisiert mit Infinity Maps in pädagogischen Seminaren Kategorien How to Co-Work How to Tool How to Uni Vergangene Veranstaltungen Lizenzformen für OER-Inhalte Für OER-Inhalte gibt es keine klare und zwingende Vorgabe für die Wahl der Lizenzen. In den meisten Fällen haben sich jedoch die Creative Commons (CC) Lizenzen durchsetzen können. Diese sind rechtssicher, international anerkannt und im digitalen Kontext oft genutzt. Weitere Informationen zu Lizenzen unter: https://creativecommons.org/licenses/ Es stehen verschiedene CC-Lizenzen zur Auswahl, die unterschiedliche Formen der Nutzung und Bearbeitung zulassen. Nach oben genannter Definition fallen unter „ohne oder mit geringfügigen Einschränkungen“ u. a. diese drei Optionen: CC BY: Hier muss bei der Weiterverwendung der Name des Urhebers genannt werden. CC BY SA: Hier muss bei der Weiterverwendung der Name des Urhebers genannt werden. UND: Wenn Sie das Material remixen, verändern oder anderweitig direkt darauf aufbauen, dürfen Sie Ihre Beiträge nur unter derselben Lizenz wie das Original verbreiten. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, eigene Werke in die Gemeinfreiheit – auch Public Domain genannt – zu entlassen. Um das eindeutig zu kennzeichnen, gibt es die CC0 (CC Zero). Welche Chancen bieten OER? Weltweit werden täglich wissenschaftliche Inhalte produziert. Didaktiker*innen entwickeln neue Methoden für die Lehre, es entstehen ständig neue Formen der Wissensvermittlung. Die meisten dieser Inhalte bleiben jedoch bei den Urhebern, auch wenn dies oft unbewusst geschieht. Der Gedanke, dass Zugang zu Wissen für jeden zur Verfügung stehen sollte, wird in der Realität noch nicht konsequent umgesetzt. OER können hierfür ein Lösungsansatz sein, denn sie verbessern die Chancengleichheit im Bildungsbereich. OER-Materialien stehen aber nicht nur Hochschulen zur Verfügung. Der Anwendungsbereich ist groß. So können beispielsweise auch Kitas von OER-Angeboten profitieren. Ausmalbilder, Spiele und Noten sind nur einige Inhalte, die so genutzt werden können. Weitere Informationen zu freien Kita-Materialien gibt es unter: https://open-educational-resources.de/dossierseite/?praxis=&bereich=&querschnittsthema=kita Ein weiterer Aspekt für OER-Inhalte ist, dass sie nicht nur frei zur Verfügung stehen, sondern eben inhaltlich genutzt werden können. Grafiken, um im universitären Kontext Themen zu verdeutlichen, Schaubilder oder Konzepte dürfen weiter bearbeitet und eingesetzt werden. Für die eigene Präsentation, für den eigenen Lehrplan oder für Kinder zum Basteln und Zerschneiden. So kann es zu einer enormen Zeitersparnis werden, OER-Materialien für die eigenen Inhalte zu nutzen. Gleichzeitig können diese Bildungsmaterialien durch das Verwenden und Optimieren stetig verbessert und angepasst werden. Es gibt jedoch bisher keinen Standard für eine Versionierung bzw. eine Feedbackfunktion. Einige Plattformen bieten hier aber schon Lösungsansätze an. Wo können wir OER Inhalte finden? Bildungsinhalte mit einer Lizenz zu versehen, ist jedoch nur der erste Schritt in der Entwicklung des OER-Gedankens. Diese Inhalte müssen auch gefunden werden. Diverse Inhalte lassen sich direkt über die CC-Suche finden: https://ccsearch.creativecommons.org/ Für Bildungsinhalte ist die Suche etwas komplizierter, besonders im deutschsprachigen Raum. Das Projekt „Elixier“ des deutschen Bildungsservers bietet hier eine Anlaufstelle: https://www.bildungsserver.de/elixier/ Eine der größten OER Portale für Hochschulen in Niedersachsen ist Twillo:https://www.twillo.de/oer/web/ (mit SSO-Zugang nutzbar) Diese Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und kann durch Kommentare ergänzt werden. OER-Projekte gibt es aktuell an vielen Hochschulstandorten in Deutschland. Viele sind im Aufbau, schaffen Plattformen und nutzen ihre Reichweite, um auf dieses Thema aufmerksam zu machen. Eine Suche am eigenen Standort lohnt sich also in jedem Fall. Fazit Die Idee hinter OER bietet viele Chancen und Möglichkeiten für den Bildungsbereich. Dennoch sind viele Ideen noch in den Kinderschuhen und es sind zahlreiche Hürden zu überwinden. OER muss weiter bekannt gemacht werden, um zu funktionieren. Außerdem müssen Lehrpersonen von dem Konzept überzeugt sein, denn nur so kann das Angebot an OER Inhalten wachsen und Projekte Finanzierungen bekommen. Diese Projekte sind aber neben den Inhalten nötig, um Plattformen zu schaffen, die gefunden werden. Denn durch das gemeinsame Nutzen, Verbreiten und Verbessern können Inhalte an Qualität gewinnen. Dennoch läuft auch in der „OER-Welt“ nicht alles ohne Probleme. Ein Beispiel hierfür ist das Gender-Gap, das bei erstellten OER-Inhalten auftritt. Auf jedes Material, das von einer Frau erstellt wurde, kommen 24 von Männern verfasste Inhalte. Ein Ansatz, der Chancengleichheit schaffen soll, scheint also auch hier mehr auf privilegierte

Challenge accepted: Seminarkonzept Problembasiertes Lernen online durchführen

Challenge accepted: Seminarkonzept Problembasiertes Lernen online durchführen von Dr. Sophie Domann Als Lehrende im Bereich Sozial- und Organisationspädagogik an der Universität Hildesheim besuchte ich im Rahmen meiner hochschuldidaktischen Weiterbildung eine Veranstaltung zum Problembasierten Lernen. Aus dem sozialpädagogischen Bereich kannte ich bereits die Fallarbeit. Die Konzepte klangen sehr spannend und waren gleichzeitig mit viel Aufwand in der Vorbereitung und Durchführung verbunden. Da ich mich zum Zeitpunkt des Online-Kurses zum Problembasierten Lernen gerade in der Vorbereitung für meine Lehrveranstaltungen befand, beschloss ich mich in den Selbstlernphasen an einem entsprechenden Konzept für meine kommende Lehrveranstaltung zu versuchen. Challenge accepted!Die ersten Entwürfe für den Problemfall entstanden in einem Diskussions- und Anpassungsprozess zusammen mit den anderen Lehrenden und der Referentin des Weiterbildungskurses. Da ich aus vorherigen Semestern Erfahrungen in der Anleitung und Begleitung von Gruppenarbeiten gesammelt habe, konnte ich das Konzept gut integrieren. Die Idee wurde immer konkreter: in meinem Seminar wollte ich, dass die circa 25 Studierenden in Kleingruppen einen Problemfall zum Thema Jugendhilfe und Justiz bearbeiten. Die Ergebnisse sollten abschließend als E-Portfolio präsentiert und im Laufe des Semesters von individuellen Blogbeiträgen zur Erfahrung in der Gruppenarbeit flankiert werden. Auch Expertinnen lud ich zum Seminar ein, um einen Praxis-Einblick zu ermöglichen und Diskussionen anzuregen. PBL – WTF? Die Abkürzung PBL steht für Problembasiertes Lernen, das vernetztes Denken fördert und auf selbstbestimmtes und -reguliertes Lernen abzielt. Dabei werden Wissensinhalte in einen Kontext eingebunden. Insbesondere in den Niederladen und im medizinischen Bereich ist PBL schon längst eine etablierte Methode. Diese dient dort unter anderem der Grundlage der Neukonzeption von Studiengängen. In Deutschland findet PBL neben Medizin und Jura auch immer mehr in geisteswissenschaftlichen Studiengängen Anwendung. In den Kleingruppen herrscht intensive Interaktion. Die Gruppenmitglieder tragen die Selbstverantwortung für die Problembearbeitung. Es liegt meist eine hohe Praxisorientierung vor und die Methode kombiniert Inhalte mit Strategien der Aneignung und „aktiven Studieren“ statt frontaler Unterrichtsszenerie. Problembasiertes Lernen besteht aus acht Schritten: Abbildung 1: Selbsterstellte Grafik zur Zusammenfassung des Konzepts und der Informationen des Problembasierten Lernens. Erstellt mit Genehmigung von Canva. CC BY-SA 4.0. Kapitel PBL – WTF Warm-Ups und Techniken zum Kennenlernen​ Tools Gruppeneinteilung Fall für Studierende Reflexion und Rückmeldung – Challenge completed! Weiterführende Inhalte Neueste Beiträge All Posts How to Uni How to Tool How to Co-Work Aktuelle Veranstaltungen Verbundarbeit im Fokus – Koordination, Qualitätssicherung und Zusammenarbeit im Projekt QUADIS Organisiert mit Infinity Maps in pädagogischen Seminaren Hochschulübergreifende Kooperation mit Transparenz und agilen Tools Kategorien How to Co-Work How to Tool How to Uni Vergangene Veranstaltungen Klärung von Verständnisfragen: Das Fallbeispiel wird von allen Anwesenden gelesen. Inhaltliche Unklarheiten (noch keine fachlichen!) werden in einer offenen Diskussionsrunde geklärt. Definition des Problems: Die Gruppe trägt zunächst die Teilprobleme des Fallbeispiels zusammen. Dabei sollten unterschiedliche Perspektiven berücksichtigt werden. Die herausgearbeiteten Problemaspekte werden schriftlich festgehalten. Die Gruppe bestimmt die Problematik des Fallbeispiels näher. Erst nachdem Übereinstimmung erzielt worden ist, geht die Gruppe zum nächsten Bearbeitungsschritt über. Sammlung von Hypothesen und Ideen: Zu dem festgelegten Problem werden Vorkenntnisse, Vermutungen und Ideen durch die Gruppe gesammelt und für alle sichtbar z.B. auf Karteikarten, Tafel oder Flipchart geschrieben (Brainstorming). Zu diesem Zeitpunkt sollte noch keine Diskussion und kritische Bewertung der eingebrachten Kenntnisse und Ideen erfolgen. Ordnung von Hypothesen und Ideen: Die Gruppe ordnet nach selbst gewählten Prinzipien die vorgetragenen Inhalte und Ideen. Daraus wird ausgewählt, welche Aspekte für relevant und welche für entbehrlich gehalten werden. Formulierung der Lernziele: In diesem Schritt wird geklärt, welche Sachverhalte bereits bekannt sind und welche noch erarbeitet werden müssen. Zur systematischen Erweiterung des Vorwissens definiert die Gruppe genaue Lernziele. Diese werden ebenso schriftlich fixiert. Erarbeitung der Lerninhalte: Die formulierten Lernziele werden durch Nutzung von Bibliotheken und anderen Ressourcen (z.B. Internet, Expert*innen) erarbeitet. Dabei muss jedes Gruppenmitglied für sich und in Abstimmung mit den anderen entscheiden, wie die Lerninhalte im Einzelnen erarbeitet werden sollen. Synthese und Diskussion der Inhalte: Beim nächsten Treffen erfolgt die Präsentation des erarbeiteten Wissens, aufgrund dessen das Problem erneut in der Gruppe diskutiert wird. Nach Möglichkeit werden die wichtigsten Informationen schriftlich festgehalten und kritisch reflektiert. Dabei steht die Lösung des Problems nicht im Vordergrund. Oftmals sind verschiedene Lösungen möglich. Reflexion des Lern- und Gruppenprozesses: Jede PBL-Gruppensitzung sollte mit einer kurzen Evaluation abgeschlossen werden. Die Teilnehmenden können sich dazu äußern, wie sie die Lernprozesse und die Interaktion in der Gruppe einschätzen. Zum PBL gibt es noch bestimmte Anforderungen an die beteiligten Rollen. Die Moderation (Seminarleitung) übernimmt die Integration in das Curriculum sowie die Organisation und Evaluation der Lehrveranstaltung mit der Methode. Ich habe für die Veranstaltung die Einordnung in das Curriculum vorgenommen, Lehrziele formuliert, das Fallbeispiel konstruiert und bearbeitet, die Methode allen Beteiligten zugänglich gemacht, die Organisation und Evaluation der POL-Sitzungen übernommen und stand als Moderation der Gruppensitzungen und für mögliche Herausforderungen, Rückmeldungen etc. zur Verfügung. Im Plenum findet zu Beginn der Lehrveranstaltung ein gemeinsamer Einstieg in das Problem/Thema und die Methode statt sowie die Abschlusspräsentation der Ergebnisse am Ende. Die Kleingruppen aus Studierenden sind verantwortlich für ihre Abläufe, Prozesse und Ergebnisse. Dazu gehört den Ablauf der Methode als‚ Diskussionsleitung’ (die ‚Acht Schritte’) zu verantworten sowie auf gruppendynamische Prozesse einzugehen. Da die Seminarteilnehmer*innen aus unterschiedlichen Fächern/Studiengängen und Semestern kamen, habe ich von Beginn an vermittelt, dass ich gern die Gruppen zusammenstellen werde. Dabei achtete ich auf eine Mischung der Studiengänge und Fachsemester, um diverse Wissensstände und Kompetenzen zu versammeln. Vorab sorgte ich dafür, dass sich die Studierenden untereinander kennenlernten, ohne bereits zusammenarbeiten zu müssen. Dies ermöglichte ich mit verschiedenen Ice-Breakern und Warm-Ups in den einzelnen Sitzungen vor dem Beginn der Gruppenarbeiten. Warm-Ups und Techniken zum Kennenlernen Damit die Studierenden sich etwas kennenlernen und als Warm-Up der Sitzungen leitete ich verschiedene Ice-Breaker wie das Chatgewitter oder die Webentdeckungen an. Einen spannenden Austausch generierte ich auch durch den ABC Impuls. Dabei entstand eine Sammlung zu den bisherigen Assoziationen des Seminars zu Beginn des zweiten Drittels. Die Studierenden nutzten dabei die Reihenfolge des Alphabets. Abbildung 2: Selbsterstellte Grafik mit Beispielen von Warm-Up Aktivitäten wie „Chatgewitter Fragen“ und „Webentdeckung“. Erstellt mit Genehmigung von Canva. CC BY-SA 4.0. Abbildung 3: Selbsterstellte Grafik zur Zusammenfassung des ABC-Impuls. Erstellt mit Genehmigung von Canva. CC BY-SA 4.0.

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